Der Verkauf in einer Erbengemeinschaft

 

Wohnungs- oder Hausverkauf als Erbengemeinschaft

In einer Erbengemeinschaft müssen Sie gemeinsam entscheiden, was mit der geerbten Immobilie passieren soll. Denn, anders als bei einem geerbten Geldbetrag, können Sie die Immobilie nicht einfach aufteilen.

 

Erbengemeinschaften haben folgende Möglichkeiten:

  1. Ein Erbe zieht in das Haus beziehungsweise die Wohnung, zahlt die übrigen Miterben aus oder zahlt eine Miete an sie.
  2. Die Immobilie wird vermietet. Die Erbengemeinschaft ist Vermieter.
  3. Sie verkaufen das Haus oder die Wohnung als Erbengemeinschaft.

Nur wenn alle Miterben dem Verkauf zustimmen, können Sie ein geerbtes Haus beziehungsweise eine geerbte Wohnung verkaufen. 

Eine Mehrheitsentscheidung gegen den Willen einzelner Miterben ist in der Erbengemeinschaft nicht zulässig.

Was passiert, wenn sich die Erbengemeinschaft beim Hausverkauf uneinig ist?

Können Sie sich in einer Erbengemeinschaft nicht einigen, wird die Immobilie in der Regel teilungsversteigert. Bei einer Teilungsversteigerung liegt der Verkaufserlös meist unter dem Verkaufserlös, den Sie bei einem herkömmlichen Verkauf erzielen können. Außerdem entstehen Kosten für das Gericht und den Sachverständigen, die den Gewinn mindern.

Für eine Teilungsversteigerung der geerbten Immobilie muss mindestens ein Erbe diese beim zuständigen Amtsgericht fordern. Das Amtsgericht verkauft die Immobilie dann nach den Vorschriften des Gesetzes über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung: Das höchste Gebot bekommt den Zuschlag. Ist die Immobilie verkauft, müssen sich die Miterben auf eine Auszahlung einigen und einen Teilungsplan erstellen. Nur nach einer Einigung wird der Verkaufserlös ausgezahlt. Können sich die Erben nicht einigen, wird der Verkaufserlös beim Amtsgericht verwahrt und erst ausgezahlt, wenn sich die Erben auf einen Auseinandersetzungsvertrag geeinigt haben.