IMMOBILIENVERKAUF BEI SCHEIDUNG – DIE BESTEN TIPPS

 

  • Verheiratete Paare leben finanziell gesehen, falls keine Gütertrennung vereinbart wurde, in einer Zugewinngemeinschaft. Geht diese zu Bruch, muss im Falle einer Scheidung das ganze Vermögen aufgeteilt werden. Die gemeinsam genutzte Immobilie ist in diesem Fall häufig ein zentraler Streitpunkt, denn hier ist dies nicht ganz so einfach. Fragen über Fragen: Wer ist oder bleibt der Eigentümer? Soll das Haus verkauft oder der Ehepartner ausbezahlt werden? Wie läuft der Verkauf der Immobilie ab? Ist er schon im Trennungsjahr möglich? Wer haftet für die weitere Finanzierung? Nachfolgend wird erläutert, wie der Immobilienverkauf bei einer Scheidung möglichst reibungslos und günstig bewerkstelligt werden kann. Eines vorweg: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie mit dem Haus, der Wohnung oder dem Grundstück verfahren wird.

WIE IST DER ABLAUF EINER SCHEIDUNG?

  • Bevor eine Scheidung möglich ist, müssen die Ehepartner das Trennungsjahr vollzogen, also mindestens ein Jahr lang getrennt von Tisch und Bett, gelebt haben. Eine Ausnahme bildet eine Härtefallscheidung. Sobald der Scheidungsantrag beim Familiengericht eingeht, schickt es diesen zusammen mit den Formularen bezüglich des Versorgungsausgleichs dem anderen Ehepartner zu.

 

  • Wenn der Versorgungsausgleich abgeschlossen ist, legt das Gericht einen Scheidungstermin fest. Der Familienrichter fragt die Partner, ob sie geschieden werden möchten. Ein “Ja” von beiden Seiten besiegelt die Auflösung der Ehe. Der Richter verkündet anschließend den Schei­dungsbe­schluss, der nach einem Monat rechtskräftig wird, wenn keiner Beschwerde einlegt. Im Scheidungsverfahren besteht vor Gericht Anwaltszwang, sodass sich zumindest der Antragsteller vom Anwalt vertreten lassen muss.

WELCHE GRÜNDE GIBT ES FÜR DEN HAUSVERKAUF BEI EINER SCHEIDUNG?

  • In vielen Fällen kommt es nach der Scheidung zum Verkauf der Immobilie, denn dieser bietet verschiedene Vorteile: Er entlastet beide von den Schulden, die oftmals mit der Immobilie verbunden sind. Dadurch entfallen die monatlichen Kreditrückzahlungen. Auch die für das Haus oder die Wohnung anfallenden laufenden Unterhaltungskosten, die vorher mit dem Ehepartner zusammen beglichen wurden und nun allein getragen werden müssen, stellen oftmals eine große Herausforderung dar.

 

  • Beim Immobilienverkauf wird der Erlös zu gleichen Teilen an die Ehepartner aufgeteilt und beide haften nach der Scheidung weiterhin für den Kredit für die Immobilie, vorausgesetzt, dass sie den Vertrag mit dem Kreditinstitut gemeinsam unterzeichnet haben. Ist das Haus oder die Wohnung bei einer Scheidung durch einen gemeinsamen Kredit finanziert, können diese Verpflichtungen mit dem Verkauf der Immobilie abgelöst werden.

 

  • Häufig ist der Immobilienverkauf die Lösung, die das geringste Konfliktpotenzial verbirgt. Vielen Paaren fällt es dadurch leichter, ihr Leben nach der Scheidung neu zu ordnen. Natürlich wird durch die veränderten Lebensumstände aufgrund der Scheidung eine kleinere Wohnung oftmals sinnvoll.